Westfeldgarten THF

Ein Gemeinschaftsgartenprojekt auf dem Tempelhofer Feld

Zehn Organisationen, koordiniert von Feld Food Forest e.V., haben sich zusammengeschlossen, um einen Gemeinschaftsgarten der besonderen Art zu schaffen. Die gemeinsame Vision ist ein essbares, sich selbst erhaltendes Ökosystem, ein sogenannter “Waldgarten”. Bäume und andere Pflanzen werden kombiniert, inspiriert von den Schichten eines natürlichen Waldes. Das fördert die Biodiversität, regeneriert den Boden und bringt Erträge für Mensch und Tier. Im Gegensatz zu modernen landwirtschaftlichen Methoden ist ein Nahrungswald von Natur aus widerstandsfähig gegen den Klimawandel. Der Westfeldgarten (WFG) ist ein Experimentier- und Austauschort rund um Permakultur, Nachhaltigkeit und Ernährung. Bürger*innen werden zu aktiven Gestalter*innen einer lebenswerten Stadt .

Als Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Initiativen, haben wir begonnen, gemeinsam einen Stadtteil-, Kultur- und Begegnungsgarten zu entwickeln, der als praktisches Lernprojekt und Experimentierfeld Menschen einlädt, sich mit sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit stärker auseinanderzusetzen.

Damit Berlin die transformativen Prozesse schaffen kann, braucht es Bildung ebenso wie Erfahrungsräume. Das Projekt stellt einen niedrigschwelligen, offenen Lern- und Begegnungsort für den bewussten, verantwortungsvollen Umgang mit Natur, Nachhaltigkeit, Lebensmitteln und Ernährung dar und fördert nebenbei das Miteinander.

Bei dem Projekt handelt es sich um die Fläche 1 im verlinkten Dokument, welche im EPP (Entwicklungs- und Pflegeplan THF) als Fläche für Urban Gardening festgelegt wurde.


In einer ersten Planungsphase kamen verschiedene Initiaven zusammen und erarbeiteten gemeinsame Ziele des Projektes. In ersten Sitzungen mit der Feldkoordination, der Grün Berlin GmbH und der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wurde das Projekt vorgestellt und von allen Seiten für gut befunden. Schnell wurde klar, dass es einen Hauptträger als Ansprechpartner*in für die Verwaltung braucht und alle anderen als Kooperationspartner*innen auftreten wollen und somit auch Fördergelder akquirieren und Projektbausteine umsetzen können. Es kam recht zügig zu der Einigung, dass die Initiative Feld Food Forrest als Hauptträger auftreten wird.

Folgende Ziele wurden gemeinsam erarbeitet:
Neben einem Hochbeetgarten mit Gemüse und Kräutern, essbaren Hecken mit Beeren und Nüssen werden wir einen Waldgarten mit platzsparenden, produktiven, überwiegend essbaren Mischkultur-Gemeinschaften aus Obst- und Nussbäumen sowie Obststräuchern, Beeren, Gemüse, Kräutern und Pilzen anlegen und in symbiotischer Zusammenarbeit mit allen Gruppen, die den Geländeabschnitt nutzen, bewirtschaften. Der Ort dient als Nahrungsquelle, als Forschungs- & praktisches Lernprojekt für die Allgemeinheit, zur Regeneration der biologischen Vielfalt im und über dem Boden, als Hilfe zur Gesunderhaltung der nutzenden Menschen sowie als Beitrag zum Klima- und Naturschutz.

Vom Anlegen der jeweiligen Struktur und der Vorbereitung der Untergründe, über die Ernte bis zur Verarbeitung von Lebensmitteln zu gesunden Mahlzeiten werden alle Entwicklungsschritte durch Kooperationen begleitet und bei Bedarf das Wissen im Rahmen von Workshops weitergegeben. Das Netzwerk von Initiativen bringt ein umfangreiches Portfolio an kreativen und experimentellen Bildungsmaterialien mit und auch Stadtnaturausstellungen wären für Besucher*innen des Feldes ein Mehrwert.

Ergänzend sollen zwischenmenschliche Begegnungsbereiche mit Bänken und Schattenplätzen den Aufenthalt und Austausch im Garten angenehm gestalten und fördern. Mit Hilfe des FoodBikes des Torhaus Kochkollektives, einer mobilen Küche, können Küfas (Küche für alle) direkt neben dem Garten angeboten werden!

Die Projektfläche liegt auf dem Gebiet der ehemaligen „Barackenstadt”, wo während der Nazizeit Zwangsarbeitende untergebracht waren. Es ist uns ein Anliegen, diese Tatsache auch konzeptionell zu berücksichtigen. Das Netzwerk ist im Kontakt mit Forscher*innen der FU Berlin, die die archäologischen Ausgrabungen beim Columbiadamm betreut haben und plant, gemeinsam mit ihnen Möglichkeiten für Dokumentation und Gedenken vor Ort zu entwickeln und umzusetzen.

Noch liegen der Umsetzung des Westfeldgartens einige Hürden im Weg, aber gemeinsam arbeiten wir daran, am Flughafen THF zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beizutragen.

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